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5. Beispiele von Systemmodellierungen

 
5.1. Instrumentenlandesystem ILS

Über die Anwendung und Erfahrungen der dreidimensionalen UTD-Analyse mit dem Instrumentenlandesystem ILS wurde mehrfach berichtet /1-5/. Die Bilder 2,4,5,6,7 zeigen Beispiele von numerischen Modellen zur Anwendung der UTD beim ILS. Bild 6 zeigt insbesondere die Modellierung eines mit der Antenne unverkoppelten Baukrans mit Hilfe der Momentenmethode, deren Lösung in einem Hybridverfahren mit der dreidimensionalen UTD-Methode verbunden wird.

5.2 Radarsysteme auf Flugplätzen

 3 wesentliche Radarsysteme gibt es heute im Bereich eines Flughafens: Primär- und Sekundärradar und das Flughafenradar ASDE. Reflexionen und Beugungen an Gebäuden und Objekten können kritische Geisterechos und scheinbare Mehrfachziele erzeugen. Das technische Ziel, diese Mehrziele zu unterdrücken, kann bis zu einem gewissen Grade durch Modifikation der Gebäude erreicht werden. Es gibt prinzipiell mehrere physikalische Möglichkeiten:

  • Aborption der auf das Gebäude direkt oder indirekt auftreffenden Signale.
Hier wird versucht, durch absorbierende Materialien am Gebäude Reflexionen hinreichend zu unterdrücken. Praktisch erreicht man dies aber nur beschränkt schmalbandig und bei senkrechter Inzidenz mit dem Nachteil, daß diese Maßnahme für die anderen Frequenzbereiche praktisch unwirksam ist und für andere Systeme zu unter Umständen drastisch verschlimmernden Gebäudeeigenschaften führen kann, z.B. für das ILS.
  • Erniedrigung des Reflexionsfaktors durch geeignete Oberflächengestaltung. Physikalisch erreicht man hierdurch eine diffuse Reflexion oder Streuung, was in einem breiten oder aufgefächerten Streudiagramm mit relativ niedrigem Streu-Richtfaktor des Gebäudes resultiert. Je höher die Systemfrequenz ist, desto schwieriger und aufwendiger ist diese Maßnahme.

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  • grundsätzliche, bewußte Lenkung der Reflexionsanteile in unkritische Raumrichtungen . Diese Maßnahme wirkt häufig auch für die anderen Systeme, insbesondere für die Systeme mit höheren Frequenzen. Diese Maßnahme muß jedoch standortbezogen (verschiedene Antennen, Gebäude, Raumbereiche) beurteilt werden.
  • Für alle diese z.T. sehr kostenträchtigen Maßnahmen muß vorher eine dreidimensionale Systemanalyse vorgenommen werden um festzustellen, ob der gegebene Istzustand (oder auch Ist-Planungszustand) tatsächlich zu inakzeptablen Störungen des jeweils interessierenden Systemparameters führt. In diesem Falle sind keine kostspieligen oder nur angepaßte Maßnahmen notwendig. Feldstörungen an sich sind meist nicht das entscheidende Kriterium in Systemanwendungen. Die Maßnahmen selbst sollten weiter im Rahmen der technischen Möglichkeiten mit dreidimensionalen Systemanalysen optimiert werden.
     
    5.3 Mittelstreckennavigationssystem VOR
     
    Bild 8 zeigt den Systemaufbau des VOR-Systems, das bei etwa 100MHz arbeitet. Die VOR-Antenne /6/ bildet zusammen mit dem metallischen Gegengewicht mit dem Durchmesser D=2R das Primärdiagramm, das von den Effekten des nichtidealen dreidimensionalen Erdbodens und der Störobjekte negativ beeinflußt wird. Der an Bord des Flugzeugs abgeleitete relative Azimutwinkel wird von allen Mehrwegekomponenten am Boden und an den Störobjekten beeinflußt (Bild 8). Bild 9 zeigt einen besonders problematischen Aufbau auf dem Gipfelplateau des Berges Gerlitzen und dessen numerisches polygonales Modell. Die numerische Systemoptimierung hatte das Ziel, den Durchmesser des Gegengewichts so zu optimieren, daß die Störungen durch ein Gebäude in der Nähe akzeptabel waren. Bild 10 zeigt, daß die sehr großen Fehler (6.2°) bei dem Durchmesser von 5m durch einen auf 30m vergrößerten Durchmesser stark reduziert (0.9°) werden konnten und damit für das VOR-System akzeptabel sind.


© NAVCOM Consult Mon Jul 13 01:43:50 CEST 2026